Role Model November 2025


Julia Wittje
Struktur, Mut und norddeutsche Tatkraft
Geschäftsführende Gesellschafterin · Wittje & Mahlstedt Consulting
Kurzprofil: Julia Wittje (37) ist ein echtes Küstenkind mit einem ausgeprägten Sinn für Struktur, Organisation und Tatkraft – sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben. Als alleinerziehende Mutter meistert sie den Alltag als Familienmanagerin mit derselben Leidenschaft und Effizienz, die sie auch in ihre berufliche Laufbahn einbringt.
Ihr Karriereweg begann in der Hotellerie, wo sie ihr Organisationstalent im Eventmanagement entfalten und zahlreiche Veranstaltungen erfolgreich umsetzen konnte. Zuletzt verantwortete sie als stellvertretende Hoteldirektorin maßgeblich die Eröffnung eines neuen Hauses – ein Meilenstein, der ihr Gespür für Führung, Projektmanagement und Teamarbeit unter Beweis stellte.
Nach der Elternzeit und mitten in der Corona-Zeit wagte sie den Brancheneinstieg in die Erneuerbaren Energien – ein Schritt, der ihren Mut zur Veränderung und ihre Zukunftsorientierung zeigt. In den vergangenen fünf Jahren war sie Teil des Managements von RelyOn Germany und trug dort maßgeblich zur Weiterentwicklung des Unternehmens bei.
Parallel dazu gründete sie gemeinsam mit drei Kollegen eine vermögensverwaltende Immobiliengesellschaft, in der sie ihre strategischen und unternehmerischen Fähigkeiten weiter ausbaut.
Aktuell steht Julia erneut an einem spannenden Wendepunkt – bereit, neue Türen zu öffnen, ihre Erfahrung in Führung, Organisation und strategischem Business-Management einzubringen und den nächsten Schritt auf ihrem beruflichen Weg zu gehen.
INTERVIEW
w.one: Was können Unternehmen verändern, um Chancengleichheit und Fairness für Frauen zu erhöhen?
Zuhören, Hinsehen, Unterstützen!
Seit einer halben Ewigkeit wird darüber gefachsimpelt. Ob auf kleinen Podien, großen Events oder in der Politik. Doch nur Reden bringt am Ende des Tages nichts.
Ja, der Gender Pay Gap ist immer noch da. Gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit. Sollte inzwischen eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Die Realität sieht leider immer noch anders aus.
Holt Frauen ins Management.
Räumt den weiblichen Mitarbeiterinnen Platz ein gehört zu werden.
Schätzt die Fachkompetenz und Meinung eurer weiblichen Kollegen.
Im Norden sagen wir ‚Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken‘.
Die Unternehmensführung muss als gutes Beispiel voran gehen und ein Team in einem respektvollen Umfeld aufbauen und führen, mit einer ganz klaren Zero-Tolerance-Politik.
w.one: Was waren große Herausforderungen für dich und was konntest du daraus für dich mitnehmen?
Ich selbst war für mich die größte Herausforderung. Ich bin ein sehr harmonischer Mensch. Das ist im Berufsumfeld generell schon schwierig. Jeder, mit dem ich zusammengearbeitet habe, hat von mir immer 100% Vertrauensvorschuss bekommen. Die Gefahr enttäuscht oder sogar verletzt zu werden ist entsprechend hoch.
Ein weiterer Punkt ist in dem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Männern – die empfangen mitunter andere Signale. Nicht immer ganz einfach.
Ich habe gelernt, dass ich manche Dinge, auch wenn ich es noch so sehr versuche, nicht beeinflussen kann.
w.one: Hast du einen besonderen Tipp, den du mit anderen Frauen teilen möchtest?
Es muss nicht immer ein heroisches Studium sein um beruflich erfolgreich zu werden.
Ehrgeiz und der Wille etwas für sich selbst zu tun, die Extrameile gehen und sich allen Widrigkeiten stellen (auch wenn es manchmal erschöpfend ist).
Mut! Öffne jede Tür, die dir das Leben in den Weg stellt. Und sei es eine, die gerade hinter dir zugeht – die nächste offene Tür wartet schon…
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