Role Model Mai 2025
- women of new energies

- 1. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Juli

Julia Epp
Every Action Counts in Saving Earth
Kurzprofil: Mit 15 Jahren beschloss Julia sich für den Klimaschutz zu engagieren, erst bei den Grünen und mittlerweile seit über 10 Jahren beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin. Als Vorsitzende des BUND und Mitglied des Berliner Klimaschutzrats hat sie unter anderem an der Berliner Wärmestrategie und dem Kohleausstieg in Berlin mitgearbeitet. Es ist ihr ein besonderes Anliegen, die Hauptstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten – Berlin will und soll Klimahauptstadt werden!
Auch beruflich hat sie sich dem Thema verpflichtet und forscht am renommierten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zu sozialen Fragestellungen der Energiewende und Klimapolitik. Zuvor schloss sie am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung ihre Promotion zur Umsetzung der Energie- und Verkehrswende auf der Insel Rügen ab.
Vor fünf Jahren gründete Julia mit acht anderen Frauen das Netzwerk „Women in Green Hydrogen“ (WIGH) und kümmert sich dort im Vorstand um die Finanzen und strategische Ausrichtung. Man merkt, wie umtriebig sie ist und für den Klimaschutz brennt. Durch ihre Forschung und ihr ehrenamtliches Engagement versucht sie, wissenschaftliche Ergebnisse stärker in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs zu bringen.
Ihr Motto: Klimaschutz braucht alle!
INTERVIEW
w.one: Was treibt dich persönlich an?
Ich habe als Teenager gemerkt, dass ich mich für das Thema engagieren möchte. Für mich ist Klimaschutz eine Frage der Gerechtigkeit -insbesondere gegenüber zukünftiger Generationen und gegenüber der Natur. Neben dem Klimawandel ist der Verlust der Biodiversität eine weitere immense Herausforderung vor der wir als Gesellschaft stehen. Diese großen und komplexen Herausforderungen können wir nur lösen, wenn wir uns diesen mit vollem Herzen und Verstand widmen – so ist das zumindest für mich. Die Alternative wäre den Kopf in den Sand zu stecken. Ich denke, dass jedes noch so kleine Zahnrad seinen Beitrag leisten kann, dass die Nachhaltigkeitstransformation gelingt. Und auch wenn ich selbst nur ein kleines Zahnrad bin, so fühle ich mich verantwortlich, die Welt etwas besser zu hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe.
w.one: Warum sollten Frauen unbedingt Berufe wie deinen wählen?
Die Arbeit in der Forschung ist – wenn man ehrlich ist – sowohl thematisch als auch in Hinblick auf die Arbeitsbedingungen häufig frustrierend. Niemals zuvor existierte mehr Wissen zum Klimawandel und trotzdem fehlt eine entscheidende Trendwende bei den ausgestoßenen CO2-Emissionen: Es passiert immer noch zu wenig! Man muss eine gewisse Frustrationstoleranz und Sturheit mitbringen.
Nichts destotrotz arbeite ich sehr gerne in der Forschung, da man wichtige Erkenntnisse und Wissen über den Klimaschutz generiert. Ich finde, durch die wissenschaftliche Arbeit hat man häufig auch eine besondere Stellung, denn viele Menschen vertrauen Wissenschaftler:innen. In der Forschung brauchen wir aber auch mehr Menschen, die sich einmischen, wissenschaftliche Ergebnisse noch stärker in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs bringen oder Wissen in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzen. Und hier ist einfach jeder gefragt!
w.one: Hast du einen besonderen Tipp, den Du mit anderen Frauen teilen möchtest?
Mein besonderer Tipp ist, vielseitig in die eigene Karriere zu investieren. Ich habe mich nicht nur auf meine hauptberufliche Karriere verlassen, sondern mich auch in verschiedene NGOs und Netzwerken ehrenamtlich engagiert. Manchmal fehlt einem die Zeit dafür – das ist klar. Ich habe auch zwei kleine Kinder. Aber oft lernt man über diese Organisationen viele tolle Menschen kennen und das eben auf einer Basis als im Arbeitsalltag. Über Ehrenamt entsteht viel Vitamin B (und Freundschaften).
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